Mittwoch, 24. Dezember 2014

Früher als ich "klein" war...




.... und das ist ja schon fünfundreißig Jahre her, oder so... Moment.. ein paar weniger, denn an die ganz ganz frühen Weihnachten kann ich mich nicht erinnern.

Jedenfalls, früher als ich ein Kind war, da war Weihnachten etwas ganz tolles und irgendwie war es, rund und warm und weich und voller Kerzenlicht.
Ja, alles wurde von diesen kleinen, züngelnden Flammen erhellt. Das Licht flackerte und ging beim kleinsten Luftzug aus.
Einmal, da brannte der Schwanz der weißen, blinden Perserkatze, weil sie auf der Anrichte zu nah, am für sie unsichtbaren, Adventskranz vorbei schritt. So majestätisch wie Perserkatzen nun mal sind. Halt nur mit lichterloh brennendem Schwanz. Und mein Vater schrie: „de Katz` brennt!“ und dann wurde sie mit einem Handtuch gelöscht. Die Katze, an ihren Namen erinnere ich mich gerade wieder, hieß Ricki. Sie hatte nicht gemerkt, dass etwas passiert war. Dafür stank es bei uns tagelang nach verbranntem Fell.

Und später einmal, als ich mir so sehr, das Teeservice gewünscht hatte und statt dessen irgend etwas anderes bekam. Neee, das war weniger schön.

Aber woran ich mich auch noch erinnere war die Aufregung vor dem „heiligen Abend“.
Der ganze Tag war bis 17 Uhr total normal. Naja, Papa musste nicht arbeiten und war zuhause und stand im Weg rum oder saß, Zeitung lesend, im Weg. Jedoch so gegen 16-17 Uhr, da wurde es anders. Da wurden zuerst mal die Kinder (also mein Bruder und ich) gebadet und um kurz vor 18 Uhr versammelten wir uns in unseren großen Küche und das Radio wurde angemacht. Da läutete jedes Jahr eine andere Glocke, aus einer anderen deutschen Stadt die Festtage ein.
Man, wie waren wir aufgeregt.Dann ging es ins Wohnzimmer.
Dort stand unser Weihnachtsbaum. Das Christkind hatte sich hinein geschlichen, die Kerzen am Baum angezündet, Geschenke hinterlegt und war aus dem Fenster raus verschwunden.
So ein gelenkiges Mädel! Aber das die Fensterbank voll Blumen stand und vielleicht auch schon mal, der Rolladen halb unten war, das störte uns wenig.
Dann legte mein Vater eine Langspielplatte auf. Heintje oder so was. Und es wurde gesungen. Weihnachtslieder eben. Opa und Oma saßen auf der Couch, Mama und Papa auf den Sesseln links und rechts vom Tisch. Dann wurden Gedichte aufgetragen und die Geschenke geöffnet. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, ob andere, außer meinem Bruder und mir, etwas vom Christkind bekamen. Aber G. und ich wurden reichlich beschenkt. Das war schön – naja – bis auf das eine Mal.

Später nach all dem Gesinge und Gedichte auftragen, gab es Kartoffelsalat mit Würstchen.
Ich glaube, wir sind erst am 1. Weihnachtsfeiertag zu Kirche gegangen. (Aber wahrscheinlicher ist, dass es doch am hl. Abend war, aber ich habe es vergessen.)

Und heute?
Heute ist mein Weihnachten so, dass ich um 18:23 Uhr am PC sitze und eine Story für meinen Blog schreibe, weil ich etwas mitzuteilen habe. Es ist mir ein Bedürfnis das zu tun und ich bin in der überaus glücklichen Lage, es auch tun zu können.

Dieses Jahr ist Weihnachten etwas ganz besonderes für mich.

Denn ich bin mit mir im Reinen!

Ja, ich sitze alleine am Computer und es ist toll!
Meinen armen, kranken Mann habe ich versorgt und er schläft wieder.
Und sonst habe ich schon mit fast allen Menschen die mir wichtig sind, Kontakt gehabt. Heute oder in den letzten Tagen. Ich bin so zufrieden und glücklich, wie ich es schon lange Zeit nicht mehr war.

Ich bin so in meiner inneren Ruhe. Und strahle dieses Jahr selbst wie die Kerzenlichter aus meiner Kindheit. Ich fühle mich viel viel mehr getragen von Glauben und von Engeln, als dass es jemals alle Gottesdienste, die ich besuchen musste, hätten bewerkstelligen können.
Ich strahle, mein Licht strahlt durch mich hindurch und wenn du es sehen könntest, würdest du meine Aura sehen. Hell und strahlend. Aber es ist völlig egal ob DU das siehst, oder ob du mich für bekloppt hälst. Es ist wichtig, dass ich, ich selbst, es fühlen kann. Das hat nur in sofern etwas mit Weihnachten zu tun, dass meine Umwelt mir geholfen hat, dorthin zu finden. Denn auch meine Mitmenschen waren die letzten Tage gnädiger und zufriedener mit sich selbst und ihrer Umwelt.

Ich trage Euch alle in meinem Herzen.
Meine Familie, meine Freunde, meine Bekannten, meine Strickmädels und Strickomas, und nicht zu vergessen, meine herzlichen Swabedoodas.

Euch allen verdanke ich meine Zufriedenheit und mein Glück - mein Weihnachten!
Ihr habt mir geholfen dorthin zu finden. 

Deshalb, ist das Hier und Jetzt, ein Weihnachten dass mich tief berührt.

Danke Euch allen!!!





Kommentare:

Conny hat gesagt…

Das hast du schön geschrieben.
Dein Beitrag hat mich zum nachdenken angeregt :)
Fühl dich gedrückt!

Birgitta Thiel hat gesagt…

Danke Dir, Conny! Und gute Feiertagsgrüße an alle!

Heidi hat gesagt…

Danke, dir für diesen wunderschönen Beitrag , deinen Gedanken an denen du uns teilhaben läßt. Vieles was du geschrieben hast, erinnert mich auch an früher.
danke dafür
Lieben Gruß Heidi (muccerl)